Modelleinrichtung für Demente | Affinghausen

Kategorien: Wohnen und Gewerbe
Standort: Affinghausen
in Zusammenarbeit mit:  
Jahr: 2011
Platzierung: 3. Preis

Die vorhandene Situation ist geprägt durch den bestehenden Dreiseiten-Hof und die stark durchgrünte landschaftliche Umgebung. Die zur Bebauung verfügbare Fläche östlich der zu sanierenden Bestandsgebäude wird im Osten und Süden durch landwirtschaftliche und begrünte Flächen, im Norden durch das bestehende Waldstück begrenzt.
Entwurfskonzept sind fünf Einzelbaukörper, die je über einen eigenen Innenhof verfügen und über eine gemeinsame Magistrale verbunden sind. Diese Magistrale stellt gleichzeitig die Verbindung zum östlichen Flügel des Bestandes her. Durch das Versetzen der fünf Wohngruppen-Baukörper entlang der Verbindung entstehen unterschiedlich große Zwischenzonen. Diese Freiflächen nehmen die Zugangssituation, den Marktplatz und grüne Höfe auf. Weiterhin werden durch das Versetzen differenzierte Ausblicke und Lichtstimmungen innerhalb der geradlinigen Magistrale erreicht. Die Verteilung der einzelnen Wohngruppen-Module nimmt in seiner Körnung und Dimensionierung Rücksicht auf den landschaftlichen Bezug und den bestehenden Dreiseiten-Hof. Die eingeschnittenen Bereiche zwischen den Wohngruppen gliedern das Gesamtensemble in einzelne Abschnitte und passen sich somit dem ländlichen Maßstab an.

Die fünf zu errichtenden Wohngruppen werden baugleich als Module vorgeschlagen. Zwei ost- bzw. westausgerichtete Zimmerriegel umschließen die gemeinschaftlichen Bereiche sowie den wohngruppeninternen Innenhof. Eine dienende Zone mit Nebenräumen und Stationszimmer bildet den Anschluss und gleichzeitig einen schützenden Puffer zur Magistrale. Der mittig gelegene Wohn-Koch- und Essbereich bildet das gemeinsame Zentrum der Wohngruppe und verfügt über eine vorgelagerte Terrasse mit Anschluss an den Kräutergarten im Innenhof. Der Zugang der Zimmer erfolgt über einen raumhoch verglasten Gang zum Innenhof mit eingeschnittenen Nischen und Sitzbänken. Die alle Wohngruppen verbindende Magistrale dient sowohl der warmen Anbindung an den bestehenden Ostflügel, als auch der Aufnahme gemeinsamer Funktionen wie Pflegebad, Arztraum und Empfangsbereich. Diese Raumeinheiten werden im Bereich der Zwischenzonen an den Gang angegliedert und erhalten somit einen adäquaten Bezug zum Außenraum.
Der transparente Eingangsbereich wird von Süden erschlossen und lädt Besucher sowie Bewohner zum Verweilen ein. Die direkte Anbindung an den nördlich angrenzenden Marktplatz bietet die Möglichkeit der Kommunikation sowie den Zugang zu den nördlich und östlich gelegenen Freiflächen.
Die direkte und kurze Anbindung der Magistrale mit Eingangsbereich an den östlich anschließenden Bestandsflügel ermöglicht diesem eine direkte Verknüpfung mit dem Neubau als auch die Verbindung zum Hof der bestehenden Anlage.